Freitag, 7. März 2008

Gewalt an Frauen



Verstümmelt, geschlagen, missbraucht

Frauen in einer rücksichtslosen Welt 44:15 min
Frau sitzt am See

Zusammenfassung

Jährlich sterben 1,5 bis 3 Millionen Frauen an den Folgen von Gewalt oder Ausbeutung. Gewalt an Frauen ist das häufigste Verbrechen dieser Welt – und wird doch nur selten bestraft. Gewalt an Frauen hat viele Gesichter und geschieht im täglichen Leben, in Kriegs- und in Nachkriegszeiten. Gewalt geschieht weltweit, in allen Kulturen, in allen Gesellschaftsschichten.

Gebrüder Blocher



Eigentlich war es ja eine ganz normale Ausgabe von «Reporter», der mit heimlifeisser Behäbigkeit immer wieder verhaltensgestörte Personen vor die Kamera lockt. Auffällig an Gerhard Blocher ist eine unverhohlene Niederträchtigkeit des Charakters, möglicherweise akzentuiert durch erste Anzeichen von nahender Altersdemenz. Jede Ungeheuerlichkeit, die dem Ex-Pfarrers entfährt, quittiert er mit einem teuflischen Kichern.

Nun porträtierte aber das SF hier nicht irgend einen alten Spinner, sondern eben den Bruder von Christoph Blocher. Mehr noch, der leckt sich auch genauso reptilhaft die Lippen, wackelt so mit dem Arm wie dieser, und wirkt überhaupt in allem wie eine überdrehte Karikatur des Justizministers. Natürlich lässt der Autor von «Gebrüder Blocher - Betrachtungen vor der Bundesratswahl» keine Gelegenheit aus, die «Brüder im Geiste» möglichst nah zueinander zu rücken. Täglich telefonieren sie miteinander, heisst es; zusammen sitzen sie unter Hodlers Holzfäller, in der Halle stecken sie die Köpfe zusammen, um über «die Linken» zu frotzeln. Am Wahlabend steht Gerhard Blocher mitten in der SF-Elefantenrunde herum und raunt dem Reporter ins Mikrofon, dass Ueli Maurers Tage als SVP-Präsident gezählt seien, noch bevor irgend jemand etwas von dessen bevorstehendem Rücktritt ahnt.

Die Abwahl



Die Abwahl - Die Geheimoperation gegen Christoph Blocher



Ein Film von Hansjürg Zumstein

Am 12. Dezember 2007 wird Bundesrat Christoph Blocher überraschend abgewählt. Die Sozialdemokraten und die CVP haben hinter dem Rücken der SVP eine Gegenkandidatin organisiert: Die SVP-Regierungsrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Die Wahlsiegerin SVP geht in die Opposition. Mit minutiösen Recherchen zeigt DOK wie es soweit kommen konnte.

Das Schweizer Fernsehen hat die Hintergründe der historischen Bundesratswahlen neu recherchiert. Im Film erzählen die Vertreter von SP und CVP, wie sie vorgegangen sind. Sie erläutern ihre vertrauliche Taktik und erklären, wie es gelingen konnte, die SVP zu überrumpeln.
Ursula Wyss, SP-Fraktionspräsidentin: „Wir haben in einem engen Kreis geplant, damit der Name Eveline Widmer-Schlumpf nicht schon vorher bekannt wird und sie von der SVP unter Druck gesetzt wird.“

Der SVP-Präsident wiederum spricht über sein Abwehrdispositiv, seine Kontakte mit Eveline Widmer-Schlumpf, und er erläutert, weshalb er bis fast zuletzt davon ausging, dass die Bündner Regierungsrätin die Wahl ablehnen würde.
Ueli Maurer, SVP-Parteipräsident: „Ich habe Eveline freundschaftlich vertraut. Es ist eine grosse menschliche Enttäuschung, dass sie mich so hinters Licht geführt hat.“

Zudem hat Autor Hansjürg Zumstein sämtliches Rohmaterial aus jenen Tagen visioniert und neue Bilder gefunden. Bisher unveröffentlichtes Bildmaterial dokumentiert die Hektik jener Stunden, welche die ganze Nation in Atem gehalten hat.
Therese Frösch, Fraktionspräsidentin Grüne Partei: „Es war wahnsinnig schön, dass es geklappt hat. Es war ein unglaubliches Weihnachtsgeschenk.“

Durch die akribische Aufarbeitung jener Tage kann der Zuschauer ein Stück Schweizer Zeitgeschichte miterleben.
Fulvio Pelli, FDP-Parteipräsident: „Das ist ein Traditionsbruch. Einen Geheimplan zur Abwahl eines Bundesrates gab es noch nie in der Geschichte der Schweiz.“

Mittwoch, 20. Februar 2008

Tscheggs de Pögg


Gedreht wurde der Film für die Migros Genossenschaft Luzern, die damit ihre Mitarbeiter schulen will. Das Vorbild für die Produktion war die SF DRS-Erfolgssitcom „Fertig lustig“. Doch im Gegensatz zu „Fertig lustig“, wo pro Folge eine Woche Zeit benötigt wurde, standen für die 5 Folgen „Tscheggsch de Pögg“ nur 10 Tage zur Verfügung. Trotz der kurzen Zeit ist die Produktion vollumfänglich gelungen.
Die Hauptrollen hatten niemand anderes als Esther Gemsch (Lisbeth Rohner in „Lüthi und Blanc“), Urs Bosshardt (Max in „Fertig lustig“), Stéphanie Berger (Ex- Miss Schweiz) und Verena Zimmermann (Hauptrolle in „Die Direktorin“) inne.

Die Geschichte handelt davon, dass Max, der neue Ausbildungsleiter der Migros Luzern, eine Idee sucht, wie er das Migros-Personal neu schulen kann. Seine Frau Helen (Esther Gemsch) und seine Tochter Tina arbeiten beide im Verkauf der Migros. Da Max ein völliger Bürohengst ist und noch nie die Arbeit seiner beiden Frauen erledigt hat, nun aber Verbesserungen darüber erarbeiten soll, stösst er bei ihnen auf wenig Unterstützung. Denn er hat schlichtweg keine Ahnung was das Migros-Personal in ihrem Berufsalltag so alles erlebt. So kommt es, dass Max unter anderem einen Tag lang die Arbeit seiner Tochter verrichtet und an einem Seminar eines Schweizer Eishockey-Trainers teilnimmt.
Schlussendlich erleidet er eine schwere Depression, weil er noch immer keine gute Idee gefunden hat. Er lässt sich von seiner Mutter umsorgen und spielt mit dem Gedanken sich umzubringen. Doch am Schluss kommt dank seiner Tochter und seiner Frau doch noch alles gut.

Esther Gemsch spielt in der Sitcom eine völlig durchgeknallte Ehefrau und erfrischt die Zuschauer mit witzigen Sprüchen und genialen Grimassen.

In „Tscheggsch de Pögg“ werden auf lustige Weise die Alltagsprobleme der Migros-Angestellten dargestellt, und es werden Ansätze geboten, wie die Mitarbeiter diese Probleme lösen sollen. Die Migros Luzern erhofft sich, dass die Mitarbeiter so Spass am Lernen erhalten und ein umso erfolgreicheres Ergebnis erzielen.
Die Mitarbeiter der Migros Luzern sehen vorzu pro Monat eine Folge und müssen nachher Massnahmen notieren, was sie in ihrem Beruf verbessern können.

Da die Sitcom aussschliesslich für Ausbildungszwecke der Migros Genossenschaft Luzern gedreht wurde, kann man die DVD´s leider nicht kaufen.

Samstag, 16. Februar 2008

Die wunderbare Welt der Werbung


Die wunderbare Welt der Werbung



Einblick in die Geheimnisse der Werbebranche
F, 2006, 65 Min.

Werbung ist oft Stein des Anstoßes und Zielscheibe für Anschuldigungen. Es wird behauptet, dass sie die Menschen manipuliert und dumm macht und dass sie eine materialistisch geprägte oberflächliche Welt voller Hochglanzbilder und ohne Inhalte schafft. Werbung wird aber auch bewundert. Ihre designten Clips, die nach den neuesten Forschungsergebnissen aus Audiovision und Musikbranche gestaltet werden, werden geliebt, und die Zuschauer lachen über gelungene Werbespots. Werbung gehört zum Alltag, macht ihn bunt und ist Bestandteil der Geschichte. Aufschlussreiche Begegnungen mit Vertretern der Werbeindustrie, zum Beispiel mit Rémi Babinet, Benoît Devarrieux und Thomas Sterne aus Frankreich, der Werbeagentur Jung von Matt aus Deutschland, John Egarty von der Agentur BVH und der Agentur Mother aus Großbritannien decken all die Widersprüche, Paradoxe und ganz realen Konflikte auf, die in der Branche alltäglich sind. Wie lässt sich dieses Geschäft aus Cleverness, Talent, Zynismus und Leidenschaft am besten fassen? Wie lässt sich ein ehrlicher und freundlicher Eindruck von Werbung vermitteln? Die Dokumentation zeigt die ganz reale Welt der Werbung und ihrer Herstellung mit all ihren Widersprüchen.

Werbeobjekt Frau


Sex sells - Werbeobjekt Frau
(55 Min.) Dokumentation von Joshua Phillips und Vladimir Donn
Wie viel nackte Haut kommt in der Werbung zum Einsatz? Und inwiefern fühlen sich Frauen von den Bildern nackter weiblicher Körper an jeder Straßenecke provoziert? Die Dokumentation geht diesen Fragen nach.

Werbung provoziert, nervt und soll an vielen Übeln schuld sein: Sie macht die Menschen dumm, die Kinder dick und Teenager magersüchtig. Werbung erschafft eine konsumfixierte Welt voller Hochglanzbilder und ohne Inhalte; eine oberflächliche und verschwenderische Welt, die nicht nur Produkte verführerisch verpackt, sondern manchmal auch die Konsumenten für dumm verkauft.

Doch Werbung fasziniert auch: Kinder und Jugendliche lieben die witzigen Spots, die oft technisch aufwändiger als mancher Film gestaltet werden. Werbung ist Teil der Kultur.

Der Themenabend betrachtet das weite Feld der Werbung als "Kulturgut", als Trend-Barometer und als Spiegel der Gesellschaft. Die erste Dokumentation beschäftigt sich mit der Hassliebe der Konsumenten zur Werbung. Der zweite Beitrag beleuchtet mit umfangreichem Archivmaterial das Verhältnis von Werbung und Kino. Und zum Abschluss des Themenabends wird die heikle Frage nach dem Bild der Frau in der Werbung gestellt.



La pub, die Werbung
Werbung nennt man auf französisch "la pub". Aber Werbung für dasgleiche Produkt ist in Deutschland oft anders als in Frankreich. Schließlich lassen sich deutsche Kunden anders verfüh-ren als ihre französischen Nachbarn.

Wie Werbung wirkt
Hirnforscher haben Einzug ins Marketing gehalten: Denn sie beobachten, wie das Gehirn auf Werbebotschaften reagiert. Einige Werbeagenturen nutzen dieses Wissen gezielt für ihre Strategien.

Anti-Werbung
Plakatwerbung ist in Frankreich omni-präsent. Kritiker sprechen deshalb von visueller Umweltverschmutzung. Sie wehren sich gegen die Verunstaltung der französischen Landschaft; manch-mal auch mit illegalen Mitteln.

Freitag, 28. September 2007

Scheidungsväter

SCHEIDUNGSVÄTER

In der Schweiz sind die Scheidungsraten in den letzten Jahren explodiert. Immer mehr Familien zerbrechen. Scheidung ist eine harte Prüfung, mit viel Leid und Schmerz verbunden, zumal wenn Kinder im Spiel sind Wie gehen die enttäuschten Partner damit um? «DOK» untersucht anhand von zwei Filmen die Auswirkungen der Scheidung; einmal aus der Sicht der Männer, der Scheidungsväter, einmal aus jener der Frauen, der Scheidungsmütter («DOK» vom 06. September 2007).

Allmacht der Mütter – Ohnmacht der Väter? Während früher vor allem die Frauen bei einer Trennung in grosse soziale und finanzielle Not kamen, scheint sich das Blatt heute gewendet zu haben. Die drei von der Autorin Gaby Schädler feinfühlig porträtierten Väter erfahren auf alle Fälle, dass sie am kürzeren Hebel sitzen, wenn es hart auf hart zu geht.

Immer öfter ist die Rede von Männern, die sich nach Trennung oder Scheidung ungerecht behandelt fühlen. Gaby Schädler beleuchtet in ihrem «DOK» die Situation der Scheidungsväter.

http://www.sf.tv/sf1/dok/index.php?docid=20070830_2000_SF1

Scheidungsmütter

SCHEIDUNGSMÜTTER

In der Schweiz sind die Scheidungsraten in den letzten Jahren explodiert. Immer mehr Familien zerbrechen. Scheidung ist eine harte Prüfung, mit viel Leid und Schmerz verbunden, besonders wenn Kinder im Spiel sind. Wie gehen die enttäuschten Partner
Die Protagonistinnen

Claudia Naef, 54 Jahre alt, und ihre drei Adoptivtöchter leiden seit 5 Jahren unter dem erbitterten Scheidungskrieg, den ihr Mann und Vater gegen sie führt. Wegen einer anderen Frau hat er die Familie nach 24 Jahren Ehe von einem Tag auf den andern verlassen. Nun behauptet der erfolgreiche Geschäftsmann, seit der Trennung fast das ganze gemeinsame Vermögen verloren zu haben. Eine existenzielle Bedrohung für Claudia Naef und die drei Mädchen. Claudia Naef schmerzt aber am meisten, dass auch er, wie fast die Hälfte aller Väter, nach der Trennung jeglichen Kontakt zu seinen drei Kindern abgebrochen hat.



Auch für Karina Weber, 47 Jahre alt, steht das Wohl ihrer beiden Kinder an erster Stelle. Die gebürtige Peruanerin gab in ihrer Heimat alles auf und kehrte mit ihrem Mann in die Schweiz zurück, damit ihre Kinder den Kontakt zum Vater nicht verlieren. Doch ihr Mann liess sie nach der Scheidung im Stich und sie musste sich allein zurecht finden, obwohl sie die Sprache nicht kannte und ihre Alimente nicht einmal das Existenzminimum deckten. Wie viele andere Mütter musste sie nach der Scheidung den erniedrigenden Gang zum Sozialamt gehen, um mit den Kindern zu überleben. Ihr Rettungsanker wurde aber auch das Wohnprojekt „Goldregenweg“ für alleinerziehende Mütter. Hier fand Karina Weber mit ihren zwei kleinen Kindern ein neues Zuhause, das ihr hilft, als geschiedene Mutter ihren Alltag zu organisieren.



Für die dritte Mutter, Nicole Soiron, 34 Jahre alt, war das Zerbrechen ihrer Familie eine persönliche Tragödie. Sie hatte sich für ihre Kinder nichts sehnlicher gewünscht, als dass sie in einer intakten Familie aufwachsen können. Bei der Scheidung zählte deshalb für sie einzig das Wohl ihrer Kinder. Obwohl sie die beiden Töchter immer allein betreut hatte, einigte sie sich mit dem Vater auf ein gemeinsames Sorgerecht für die Mädchen. Der Kontakt mit ihm sollte auf alle Fälle unvermindert weiter bestehen. Aus Rücksicht verzichtete Nicole Soiron auch auf die ihr als Frau und Mutter zustehenden Unterhaltungsbeiträge und musste, wie viele Mütter, bei ihrer Gemeinde um Alimenten-Bevorschussung bitten. Und dabei ihre ganze Lebenssituation ausbreiten.


Die Autorin

Ein «DOK» von der Autorin Barbara Müller über den zerbrochenen Traum einer intakten Familie. Über Frauen, die oft allein für das Wohl ihrer Kinder kämpfen. Ein «DOK» über die Realität von Scheidungsmüttern und ihre grossen persönlichen Opfer, die von unserer Gesellschaft meist ignoriert werden.

Barbara Müller hat ein Jurastudium abgeschlossen und Filmwissenschaft, Philosophie und Psychologie studiert. Bei der Produktionsfirma C-Films wirkte sie ein Jahr an der Soap „Lüthi und Blanc“ mit. Sie ist Autorin und Realisatorin verschiedener Auftragsfilme. Als Regieassistentin und Cutterin arbeitete sie über zwei Jahre mit Christian Frei am Oscar-nominierten Kinodokumentarfilm „War Photographer“ und am DOK „Bollywood im Alpenrausch“ mit. Für’s SF drehte sie „Elisabeth Kopp - Aufstieg und Fall der ersten Bundesrätin“. Für die Sendung DOK realisierte sie die Filme „Gipfelstürmer - Unterwegs mit Schweizer Globalisierungsgegnern“ (2002), „Vollfett – Abnehmen um jeden Preis?“ (2003), „Blinde Kuh - Wenn Sehende blind und Blinde sehend werden“ (2004); 2005 „Häusliche Gewalt - Wenn die Familie zur Hölle wird“, „Klitoris – Die schöne Unbekannte“ und führte Co-Regie bei der Doku-Serie „Hotelfachschule – Geschichten aus der Kaderschmiede künftiger Hoteldirektoren“. 2006 folgte „Jugendgewalt – Massiv aggressiv und der Frust danach“. Als Redaktionsleiterin produzierte sie „Music Star – Die Woche“, eine Doku-Serie in 10 Folgen (2007).

Buch und Regie: Barbara Müller, Kamera: Eliane Ruckstuhl, Ton: Jürg Minelli, Hannes Wulf, Schnitt: Angelo Prinz


Barbara Müller über die Entstehung des Films

Als ich an die Realisierung des DOK ging, dachte ich, dass es bei der grossen Scheidungsrate in unserem Land kein Problem sein wird, Scheidungsmütter zu finden, die sich bereit erklärten, über ihre Erfahrungen zu erzählen. Aber weit gefehlt. Bei meinen Recherchen traf ich viele Frauen, die mir über ihre schwierigen Erfahrungen, ihre Trauer, ihren Schmerz und ihre Enttäuschungen bei ihrer Scheidung erzählten, aber die meisten Frauen waren nicht bereit, darüber vor der Kamera zu berichten. Zu gross war die Angst vor der Reaktion ihres Ex-Mannes und den negativen Konsequenzen. Zu gross das Gefühl von persönlichem Versagen, von Scham, von Scheitern. Viele Frauen verzichteten auf Wunsch ihrer Kinder oder ihrem neuen Partner zuliebe auf eine Teilnahme. Mir wurde bewusst, wie sehr eine Scheidung und ihre Folgen auch heute in unserer Gesellschaft noch ein Tabu sind. Jede zweite Familie ist davon betroffen, aber ein Umdenken und ein offener Umgang mit dem Thema haben bis heute nicht stattgefunden. Scheidungen scheinen weiterhin mit einem Stigma belegt zu sein. Für mich persönlich eine erschütternde Erkenntnis. Aber dadurch begann ich auch langsam zu verstehen, weshalb auch heute noch so vieles für Scheidungsmütter im Argen liegt und weshalb die organisatorischen, finanziellen, gesellschaftlichen und persönlichen Konsequenzen einer Scheidung für viele Scheidungsmütter häufig katastrophal sind. Die berufliche Situation für Mütter und besonders für Geschiedene ist in der Schweiz sehr schwierig und auch das Betreuungsangebot weiterhin viel zu klein. Mehr Krippenplätze und die Erleichterung des Wiedereinstiegs könnten der heutigen Situation gerechter werden. Mit Erstaunen erfuhr ich, dass sich nur gerade 3,5% aller Familien in der Schweiz die Kinderbetreuung teilen. Ein verschwindend kleiner Teil. Der hohen Scheidungsrate entsprechend muss deshalb dringend ein Umdenken stattfinden und es müssen Bedingungen geschaffen werden, dass eine Scheidung für Mütter und Kinder nicht mehr zur existentiellen Bedrohung wird. Und dass das Wohl und die Verantwortung gegenüber den Kinder wirklich für alle Beteiligten im Mittelpunkt stehen. Den drei Frauen, die mir trotz aller Bedenken erlaubt haben, stellvertretend für abertausende von Scheidungsmüttern in der Schweiz ihre Geschichte zu dokumentieren, möchte ich aus ganzem Herzen für ihren Mut und ihr Vertrauen danken.

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Links und Adressen

Wohnprojekt für alleinerziehende Frauen, Verein „Goldregenweg“, Goldregenweg 27, 8050 Zürich, Tel. 044 312 73 30 (Mo.-Fr. 14.00-18.00)

SVAMV Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Postfach 199, Egghölzlistr. 78, 3006 Bern, Tel. 031 351 77 71, svamv@bluewin.ch, www.svamv-fsfm.ch, Externer Link Link Verband alleinerziehender Mütter und Väter

Beratungsstelle für EinElternFamilien, Zürich, bietet mittwochs und freitags, 8.15 h - 11.30 h, kostenlose Telefonauskunft unter 043 377 98 77

Beratungsstelle Mütterhilfe, Badenerstrasse 18, 8004 Zürich, 044 241 63 43, www.muetterhilfe.ch, Externer Link Link Mütterhilfe

CARITAS Bern veranstaltet Wochenend-Tagungen als Hilfe und Unterstützung für Einelternfamilien, Brigitte Raviele, Tel. 031 378 60 00, www.caritas-bern.ch, Externer Link Link Caritas Bern

CARITAS Aargau, Basel, Bern, Thurgau, St. Gallen und Zürich bieten Alleinerziehenden Patenschaften „mit mir“ bei dem Gotten/Göttis als Entlastung regelmässig zwei Tage pro Monat mit den Kindern verbringen, www.caritas.ch, Externer Link Link Caritas

Webcommunity für Einelternfamilien in der Schweiz: www.1eltern.ch, Externer Link Link Webcommunity für Einelternfamilien

SOFO Solidaritätsfond für Mutter und Kind, Burgerstrasse 17, 6000 Luzern, 041 226 02 27

Stiftung Bethesda für alleinerziehende Mütter, Postfach 2105, 4001 Basel
Tel. 061 601 45 82, Stiftung_bethesda@freesurf.ch

Mütterberatung in der ganzen Schweiz: www.muetterberatung.ch, Externer Link Link Mütterberatung

Stellt vorwiegend alleinerziehende Mütter ein: Zürcher Brockenhaus, Neugasse 11, 8031 Zürich, info@zuercher-brockenhaus.ch, www.zuercher-brockenhaus.ch, Externer Link Link Zürcher Brockenhaus

Die Alimentenhilfe ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich geregelt. Mehr Informationen beim jeweiligen Bezirksjugendsekretariat oder der Jugend- und Familienberatung der Gemeinde

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Literatur

„Glückliche Scheidungskinder“ Remo Largo, Monika Czermin, Piper-Verlag München 2003

Studie „ Zufriedenheit und Belastungen bei alleinerziehenden Müttern“, Claudia Ermert Kaufmann & Roman Wider, Institut für Familienforschung, Universität Freiburg

Studie „Alleinerziehen als biographische Erfahrung“, Anna Hausherr, Pasqualina Perrig-Chiello, & Matthias Sturzenegger, Institut für Psychologie, Universität Bern

Studie „Frauenarmut – Ursachen und Hindergründe“, SVAMV, NGO-Koordination Post Beijing Schweiz, Hearing zur Gleichstellung vom 06.09.2003

Nationalfondsstudie „ Frauen- und Gleichstellungsatlas Schweiz“, Elisabeth Bühler, 2001, Seismo Verlag Zürich

Studie „Kinder und Scheidung“, Prof. Dr. iur. Andrea Büchler, Universität Zürich und Dr. Heidi Simoni, Marie Meierhofer-Institut für das Kind, Universität Zürich, Oktober 2006

Zeitschrift für Einelternfamilien: Vernetzung, Austausch, Informationen, Veranstaltungen, EinElternForum, Postfach 7572, 3001 Bern, info@einelternforum.ch, www.einelternforum.ch,
Externer Link Link Einelternforum

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http://www.sf.tv/sf1/dok/index.php?docid=20070906_2000_SF1

Samstag, 2. Juni 2007

Produktpiraten

made by produktpiraten (ARTE)
Dokumentation 30 Min.
Fälschungen überschwemmen Europa
Fotos
Regie: Alexander Stenzel
Erstausstrahlung
Deutschland 2006


Mit Fälschungen von Markenartikeln können Kriminelle mehr Geld verdienen als mit Drogen. Die Häfen der iberischen Halbinsel sind das größte Einfallstor in die EU für Produkte von Fälscherbanden aus aller Welt. Allein in Valencia erreichen 6.300 Container am Tag den Hafen. Gerade mal 30 werden vom spanischen Zoll kontrolliert. Die Ware landet anschließend unter anderem in den Straßen von Madrid. Dort bieten meist illegale Einwanderer die Ware feil, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Doch gefälschte Produkte von Gucci und Prada oder Raubkopien von Filmen werden nicht nur auf der Straße verkauft. Die feine Gesellschaft kauft die Ware auf Privatpartys. So schlagen selbst die Reichen den Nobelmarken ein Schnippchen. Dieser Verkauf der Nachahmungen zu Hause stellt die Polizei vor neue Probleme. Und für Firmen gibt es kaum rechtliche Möglichkeiten, um gegen Fälscher vorzugehen. Die meisten Kopien kommen aus China. Zahlreiche Juristen versuchen dort, die Fälscherbanden zu stoppen. Doch die Methoden der Kriminellen werden immer raffinierter. Da auch die chinesische Regierung nicht konsequent genug gegen Fälscher vorgeht, kann kaum ein Unrechtsbewusstsein entstehen.
Produktpiraten machen enorme Umsätze und gehören längst zu den 'Global Players'. Afrika ist neben Europa der wichtigste Markt für Fälschungen. Denn das einzige Original, das sich zum Beispiel ein durchschnittlich verdienender Ghanaer leisten kann, findet er auf dem Secondhandmarkt. Diese Märkte heißen dort 'Der weiße Mann ist tot'. Denn als die ersten getragenen Kleider aus Europa in den 60er Jahren nach Ghana importiert wurden, gingen viele davon aus, dass der weiße Mann in Europa gestorben sein musste, sonst hätte er die noch gute Kleidung wohl behalten. Neben diesen gebrauchten Originalen können sich Ghanaer praktisch nur Kopien von Markenartikeln leisten. Auch deshalb wollen viele Afrikaner ihren Kontinent verlassen. Infiziert vom westlichen Lebensstil, kommen sie als Flüchtlinge nach Europa, zum Beispiel nach Spanien. Dort stehen dann manche von ihnen in den Straßen Madrids und verscherbeln Kopien von Taschen, Jeans und Uhren mit dem Ziel, sich irgendwann einmal das Original leisten zu können.

Kopie & Klon


Ein Wissensabend in 3sat über die oft zweifelhafte Kunst des Verdoppelns

Als 1997 die Existenz des Klonschafs Dolly bekannt wurde, galt dies noch als „Sündenfall“. Zehn Jahre später forschen Wissenschaftler weltweit daran, menschliches Erbgut zu klonen, um neue Therapien für bislang unheilbare Krankheiten zu finden. Aber vielleicht ist Klonen, eine Art „Copy and Paste“ auf hohem Niveau, sogar ein gutes Sinnbild für unsere Zeit.